Interview mit Sarah Stock

"Ich möchte Menschen inspirieren und das unsichtbare, sichtbar machen. Als Schöpferin meiner eigenen Welt liebe ich es, Strukturen menschlicher Imagination und Emotionalität tiefere Einblicke zu geben."
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Interview mit Sarah Stock

Wann wussten Sie, dass Sie Künstler werden wollen?

Eigentlich gab es diesen einen Schlüsselmoment gar nicht. Es waren ganz viele Ereignisse, die mich immer wieder zur Kunst gebracht haben. Das kreative aufwachsen bei meiner Mutter, der Zeichenunterricht in der Schule, mein erster Aufenthalt in Barcelona in dem ich jede Sekunde in ganz tollen Galerien verbracht habe, jeden meiner Umzüge habe ich mit ganz viel Leidenschaft meine Wohnung dekoriert und Werke für mich und mein Zuhause angefertigt, bis hin zur Corona Pandemie in der mir der Startschuss zur Künstlerin freigegeben wurde. Im Lockdown wurde ich selbst richtig aktiv und konnte mich rund um die Uhr voll ausleben, da wusste ich, ich möchte nichts anderes mehr machen.

Welcher ist Ihr, noch lebender, Lieblingskünstler?

Francoisen Nielly, ihre Werke habe ich das erste Mal in Barcelona gesehen und habe sicher 3,5 Std in der Galerie verbracht und jedes Werk wirken lassen. Diese Künstlerin hat ganz viel in mir ausgelöst und auch die Liebe zur Kunst aufleben lassen. Ein anderer Künstler, der mich erst ganz frisch völlig aus den Socken gehauen hat, war Jon Moody. Sehr inspirierende Farbgestaltungen und absolute Begabung seines Handwerks.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit beim Betrachter hervorrufen?

Ich möchte in erster Linie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein auslösen. Ich liebe es Vorbilder aus sämtlichen Sparten eine persönliche Note zu geben. Atemberaubende Sehenswürdigkeiten, edle Luxus Fahrzeuge, starke inspirierende Frauen toll in Szene zu setzen und mit der Weiblichkeit zu reizen, aber dennoch mit sehr zerbrechlichen Materialien zu arbeiten. Durch meine Technik möchte ich ein WOW-Effekt erzeugen und den Betrachter überraschen. Die Mission mit meiner Kunst ist es, den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, dass Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit uns als Gesellschaft voranbringen. Ich wünsche mir eine Welt, in der das Sinnbild der Emanzipation einer modernen Frau kulturell anerkannt wird, die Menschen sich offener begegnen und sich nicht verurteilen, egal welcher Herkunft, Gender, Klasse und Behinderung.

Frida Kahlo 1m x 1m

Was ist die interessanteste Interpretation, die Sie von Ihrer Arbeit gehört haben?

Eines meiner ersten Werke war ein riesiges Bild mit einer eingebauten Uhr. Als ich ein Zeitungsinterview hatte, schrieb der Pressesprecher der Zeitung: „Das Bild lädt den Betrachter ein, allein diesen zu genießen und die Aufmerksamkeit zu lösen von der unaufhörlich fortschreitenden Zeit, die die tickende Uhr im Hintergrund symbolisiert? Einige Ziffern und Zahlwörter befinden sich an der Wand befestigt! Vielleicht ein Beispiel für die „verfliegende Zeit“ oder Sinnbild dafür, dass es Stunden gibt, die man gerne ewig „festhalten" möchte? Eine andere Dame meinte bei einem Werk, Superman im Auge einer abgebildeten Dame entdeckt zu haben. Sie meinte, jede Frau würde sich einen Superman wünschen oder ihren eigenen Mann Superman sehen. Den Helden, den Sie nicht mehr aus dem Auge lässt. Die Interpretation der Betrachter ist für mich einer der spannendsten Momente auf einer Vernissage. Könnte ich stundenlang zuhören.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für Ihre Arbeiten?

Tatsächlich lasse ich mich gerne beim Fotografieren inspirieren. Durch Personen, Umgebungen oder welche Emotionen die Fotografien in mir auslösen.Oft inspiriert durch starke Frauen, Audrey Hepburn, Marilyn Monroe, Frida, meine Mutter, enge tolle Freunde. Oder aber auch Ausstellungen. Anregungen der Besucher oder Inspirationen anderer Künstler. Vielleicht auch Ereignisse im Leben, Fernsehbeiträge oder unvergessliche Momente aus meinem Alltag. Eigentlich kann jeder Moment ein inspirierender Moment sein, genauso wie ein innerer verborgener Wunsch oder ein wiederkehrender Traum.

Was ist das Beste daran, Künstler zu sein?

Die Kunst ermöglicht mir, komplexe Ideen aufzuschlüsseln.Lieder, Gedichte und Zeichnungen sowie andere künstlerische Ausdrucksformen haben dazu beigetragen, ein breites Spektrum komplizierter Themen wie Rassen, Religion und Politik zu vereinfachen. Es fühlt sich einfach schön an, mit meinen Händen und Verstand, neue Dinge zu kreieren. Der Mix aus Schönheit, unstrukturierten Aktivitäten und Abwechslung als Kommunikationsmedium zu nutzen. Ich liebe es, ohne Raum und Zeit den Reifeprozess eines Werkes einfach entstehen zu lassen.

Marilyn Monroe 1m x 1m


Können Sie Ihre Techniken und Ihren künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?

Meine Technik ist ein Mix aus Fotografie und Pop-Art, gerne auch mal Abstrakt mit allen Materialien, die man in seiner Umgebung findet. Oft etwas pompös und glamourös. Mit meinen Werken möchte ich die Menschen animieren, genauer hinzusehen. Ich möchte Menschen inspirieren und das unsichtbare, sichtbar machen. Als Schöpferin meiner eigenen Welt liebe ich es, Strukturen menschlicher Imagination und Emotionalität tiefere Einblicke zu geben. Meine Individualität und Passion spornen mich an, mit dem Betrachter meiner Kunst in Verbindung zu kommen. Die interaktiven Bilder beziehen den Betrachter aktiv ein und wecken damit verstärkt seine Aufmerksamkeit sowie auch seine Motivation, sich mit meinen Werken auseinanderzusetzen. Sie kommunizieren mehrdimensional innerhalb aufeinander aufgebauter Schichten, mit dem Betrachter, aber auch mit sich selbst. Mit meinen Werken möchte ich die Menschen ins Bewusstsein rufen, genauer hinzusehen und einen Perspektivwechsel zu zeigen. Denn jeder sollte sich und seiner Wirkung bewusst sein.

Batman 1m x 1m

Was war Ihr überraschendster Moment ihrer bisherigen Kunstkarriere?

Die Anfragen von einigen Auslands-Galerien bis hin zum Louvre in Paris. Dieses Jahr hatte ich viele Angebote von Galerien aus Madrid und Toronto für Ausstellungen in Monaco, New York, Madrid, Toronto, Rom, Barcelona, Paris, Buenos Aires, Miami und Stockholm. Doch die überraschendste Anfrage war für das Carrousel du Louvre in Paris.

Welche Anschauung haben Sie auf unsere Welt und ihre Gesellschaft?

Gleichberechtigung fehlt uns leider in der heutigen Zeit immer noch total. Es geht zwar immer mehr in die richtige Richtung, aber leider noch zu langsam. Mir ist es wichtig, sich selbst, anderen und der Welt wertschätzend und achtsam zu begegnen, andere und sich selbst nicht zu verurteilen oder kollektiv und pauschal einzuordnen in Kategorien. Emanzipation, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ist ein großes Thema und sollten intensiver und schneller behandelt werden.

Welcher Aspekt des kreativen Prozesses gefällt Ihnen am besten?

Die Fähigkeit, etwas Neues erschaffen zu können – innovatives Denken. Nach dem Geistesblitz geht es direkt weiter in die Ausarbeitung und Weiterentwicklung. Genau da fängt es an richtig Spaß zu machen. Die Idee wird bewusst bewertet, ausgearbeitet und getestet. Den Reifeprozess eines Werkes kreativ entstehen zu lassen, durch denken, fühlen und wollen. Kurz: Herzdenkens.

Was sind Ihre nächsten Projekte, Ideen und Ausstellungen? Wo kann man Sie und Ihre Kunst zeitnah sehen?

Dieses Jahr sind Werke von mir in Rom „Arte in Nuvola“ vom 23.-26. November zu sehen. Im Amical Hotel in Wuppertal dauerhaft mit einer 2 tägigen Vernissage am 21. und 22. Oktober. Im Aachener Kulturkorridor, Ende November und auf der größten Automesse „Essener Motorshow“ die ersten 10 Tage im Dezember.

Weitere Informationen zur Künstlerin Sarah Stock finden Sie unter:

https://instagram.com/sarahstock_art

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