In einem inspirierenden Wendepunkt während des Lockdowns wandte sich eine Künstlerin vollends ihrer Leidenschaft, der abstrakten Malerei, zu. Entdecken Sie, wie sie durch ihre Kunst eine inklusive Welt visioniert.

Verfasst von

Redaktion

Wann wussten Sie, dass Sie Künstler werden wollen?

Kunst und Kreativität spielten schon immer eine bedeutsame Rolle in meinem Leben. Ich habe in jungen Jahren immer, wenn ich einige Wochen am Stück Zeit hatte, Leinwände und Acrylfarbe besorgt und gemalt – so z.B. nach dem Abitur und während der Semesterferien. Später allerdings ließ mein intensives berufliches Engagement nur wenig Raum für Kreativität und künstlerischen Ausdruck. Die Zeit des ersten Lockdowns der weltweiten Corona-Pandemie markierte dann einen persönlichen Wendepunkt. Ich bekam die Möglichkeit, den Fokus neu zu setzen und konzentrierte mich auf meine Leidenschaft – die abstrakte Malerei. Seither lebe ich in meinem Atelier meine Kreativität aus.

Welcher ist Ihr, noch lebender, Lieblingskünstler?

Es gibt viele bemerkenswerte Künstler, deren Arbeiten ich bewundere. Einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler, den ich zu meinen Lieblingskünstlern zähle, ist Gerhard Richter. Ich mag die Vielfältigkeit seiner Werke und seine unprätentiöse Art, gepaart mit einem äußerst hohen Qualitätsanspruch. Ein anderer Künstler ist Callum Innes. Die Vielschichtigkeit und Präzision seiner minimalistisch-abstrakten Werke sind beeindruckend. Im Bereich Fotografie finde ich die Werke von Andreas Gursky sehr ausdrucksstark.

"Mit meinen Werken ermutige ich die Betrachter, ein Umfeld zu kreieren, in dem wir füreinander da sind und uns mit Respekt begegnen."

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit beim Betrachter hervorrufen?

Meine Kunst soll meine Vision einer inklusiven Welt unterstreichen, in der Diversität und Vielfalt als bereichernde und kreative Ressourcen betrachtet werden und in der alle Menschen ihr individuelles Potenzial freisetzen können. Meine Arbeiten sollen die Betrachter inspirieren, bewusst eine Kultur des Respekts zu erschaffen, in der alle Menschen offen aufeinander zugehen und sich in ihrer Einzigartigkeit wertschätzen.

Was ist die interessanteste Interpretation, die Sie von Ihrer Arbeit gehört haben?

Eine schöne Aussage einer Kundin war, dass meine Werke sie persönlich sehr berühren und sie eine tiefe Verbindung zu mir und meiner Vision einer inklusiven Welt spüren kann.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für Ihre Arbeiten?

Meine Inspirationsquellen sind vielfältig. Gerne gewinne ich Ideen aus der Natur mit all ihren Strukturen, Formen und Farben. Aber auch Modelle und Formen aus dem Bereich Design, Architektur und Fotografie finde ich sehr inspirierend – v.a. im Hinblick auf meine eher puristische Serie „Puro“.

Was ist das Beste daran, Künstler zu sein?

Malerei ist meine große Leidenschaft. Als Künstlerin erlebe ich ein ausgesprochen hohes Maß an Freiheit und Selbstbestimmung – und kann zudem mir wichtige Themen auf kreative Weise adressieren, wie beispielsweise die Gestaltung einer inklusiven, integrativen Kultur, in der sich die Menschen in all ihrer Vielfalt wertgeschätzt fühlen.

Können Sie Ihre Techniken und Ihren künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?

Ich arbeite überwiegend abstrakt mit Acrylfarben auf Leinwand, wobei ich meine Farben meist selbst anmische. Je nach Kunstserie wende ich unterschiedliche Techniken an. Während ich bei meinen Serien „Inclusion“ und „Viva!“ eher intuitiv vorgehe, entstehen Werke der Serien „Together“ und „Puro“ recht konzeptionell und geplant. Grundsätzlich arbeite ich gerne mit Überlagerungen und ich liebe es, ausdrucksstarke Farbkompositionen zu kreieren, die eine intensive Harmonie widerspiegeln.

Was war Ihr überraschendster Moment ihrer bisherigen Kunstkarriere?

Als autodidaktische Künstlerin den Schritt in die Sichtbarkeit zu machen und mich und meine kreative Seite sowie meine Kunstwerke der Öffentlichkeit zu zeigen.

Welche Anschauung haben Sie auf unsere Welt und ihre Gesellschaft?

Unser Zusammenleben hat sich über die letzten Jahre in vielen Teilen unserer Gesellschaft verändert. Pandemie, soziale Distanz, politische und wirtschaftliche Veränderungen…wir sind mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert, die unser heutiges Leben beeinflussen und ein Stück weit anonymer werden lassen.

Umso wichtiger erscheint es, dass wir in unserem täglichen Zusammenleben fürsorglich und respektvoll miteinander umgehen. Es ist wichtig, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Mitmenschen zu verstehen und füreinander da zu sein. Diesem Thema habe ich eine meiner Kunstserien gewidmet – „TOGETHER» soll die Menschen daran erinnern, gemeinsam an einer Kultur zu arbeiten, die von Hilfsbereitschaft, Warmherzigkeit und Respekt geprägt ist.


Welcher Aspekt des kreativen Prozesses gefällt Ihnen am besten?

Das Malen an sich – ich liebe es, verschiedene Farbschichten aufzutragen und zu sehen, wie sich das Kunstwerk entwickelt. Freiheit, Freude und Kreativität pur!


Viva! No. 9 | 140x100 cm


Was sind Ihre nächsten Projekte, Ideen und Ausstellungen? Wo kann man Sie und Ihre Kunst zeitnah sehen?

Ich arbeite an einer neuen Kunstserie und plane auch einige Projekte und Kooperationen. Mehr kann ich dazu aber noch nicht verraten. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet alle Informationen auf meiner Website und den sozialen Medien.

Weitere Informationen zu Katharina Lindner finden Sie unter:

www.katharina-lindner.art

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