Interview mit Sonja Schmid

"Kunst schenkt einen Raum für Bewusstein, Toleranz und Offenheit und motiviert die uns innewohnenden Wünsche anzunehmen und bewusst zu leben"
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Interview mit Sonja Schmid

Wann wussten Sie, dass Sie Künstler werden wollen?

Es war kein bewusster Entscheid Künstler werden zu wollen, es war mehr „ich fange an zu malen“ das jedoch machte ich dann sehr exzessiv. Nach einigen Ausstellungen und weiteren 4 Jahren intensiver Auseinandersetzung konnte ich den Vertrag zu meiner ersten permanenten Galerievertretung unterzeichnen. Da wusste ich, dass ich den richtigen Meilenstein gesetzt hatte und kündigte meine Arbeitsstelle.


Welcher ist Ihr, noch lebender, Lieblingskünstler?

Fabienne Verdier, Cheramy Sébastien


Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit beim Betrachter hervorrufen?

Ich finde, malen ist wie leben. Alles, was man tut oder lässt, zeigt sich im Resultat. Mit meiner Kunst möchte ich Mut machen für die Freiheit. Die Formen sprengen den Raum und wagen sich in die Umgebung. Dazu gehört Mut, Eigenwille und Freude und motiviert den Betrachter in seinem Umfeld zu handeln, sich zu entwickeln, für sich einzustehen. Das erzeugt Selbstwert und Liebe zu sich und seiner Umgebung.
 
Freiheit erreichen wir dann, wenn wir es schaffen in Dankbarkeit und Toleranz den jetzigen Moment zu leben


Was ist die interessanteste Interpretation, die Sie von Ihrer Arbeit gehört haben?

Für eine Firma durfte ich ein grosses Bodenbild malen. Ich hatte wenig Vorgaben und ich wusste, ich kann es nur einmal machen. Der Kunde meinte bei der Abnahme
„die Künstlerin hat mit diesem Werk genau meine Vorstellungen getroffen und mich mitten im Herz berührt“.


Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für Ihre Arbeiten?

Aus Formen, diese finde ich überall, in Zwischenräumen von Bäumen, in Mauerwerken, hauptsächlich in der Natur und in mir drin. Hier schlummert eine immense Fantasie, eine Ideenvielfalt, die immer wach ist. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und in mir sprudelt es ununterbrochen


Was ist das Beste daran Künstlerin zu sein?

Die Freiheit, die es mir ermöglicht meine Fantasie auszuleben, auszutoben, zu experimentieren und umzusetzen, wann und wie ich es möchte. Auch die Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit anderen Kunstschaffenden für gemeinsame Projekte.



Können Sie Ihre Techniken und Ihren künstlerischen Schaffensprozess beschreiben?

Obwohl ich sehr intuitiv arbeite, was sich eher während des Schaffensprozesses zeigt, arbeite ich gerne thematisch und konzeptionell. Das bedeutet, ich wende mich einem Thema zu und setzte dieses konzeptionell um. Immer mit der Freiheit und der Lenkung der Intuition.

Was war Ihr überraschendster Moment ihrer bisherigen Kunstkarriere?

Das Eindrücklichste, was ich erlebte, war mein 1-monatiger Studienaufenthalt in Moskau 2002. Dies war so eindrücklich und prägend, dass ich, wenn ich davon rede, es kaum in Worte fassen kann. Diese mir fremde Kultur, die Armut, die auf den Reichtum prahlt, der Austausch mit anderen Künstlern, die ich sprachlich nicht verstand und mich trotzdem austauschen konnten, die Aufnahmen der TV-Teams, schlussendlich die imposante Ausstellung im Haus der Künstler und on top, das sich völlige Verändern meines Malstils. Danach war alles anders und ich hatte ein grosses Geschenk mit dieser ganzen Erfahrung und mit dem Erlebten erhalten.

Welche Anschauung haben Sie auf unsere Welt und ihre Gesellschaft?

Manchmal habe ich das Gefühl wir gehen Schritte zurück, statt vorwärts. Wir werden einsamer und egoistischer. Dann besinne ich mich auf das täglichen Danksagen, ich bin mir bewusst, wie schön ich es habe, wie gut es mir geht und danke für die Freiheit und für mein Kunst. 


Blätterrauschen - 175x145 cm


Welcher Aspekt des kreativen Prozesses gefällt Ihnen am besten?

Das Umsetzen meiner Ideen und meines Konzeptes



Was sind Ihre nächsten Projekte, Ideen und Ausstellungen. Wo kann man Sie und Ihre Kunst zeitnah sehen?

Das nächste Projekt ist eine neue Serie in der ich mich noch mehr mit der Linienführung, dem Thema und dem Material des Untergrundes auseinandersetzen möchte.

Ich plane einen weiteren Studienaufenthalt in einer kargen Natur und ich bin daran interessiert mit interessierten Partnern Kooperationen einzugehen und neue Ausstellungsmöglichkeiten zu finden. Von diesem Aufenthalt möchte ich eine Dokumentation in Form eines Kataloges erstellen.
Zeitnah kann man meine Kunst immer bei mir im Atelier sehen, natürlich auf www.sonja-schmid.ch und hoffentlich in naher Zukunft bei neuen Galerievertretungen im In- und Ausland.

Weitere Informationen zur Künstlerin Sonja Schmid finden Sie unter:

http://sonja-schmid.ch

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